Die Lonja de la Seda in Valencia ist inmitten der Altstadt direkt an der langgezogenen Plaza del Mercado gelegen, ganz in der Nähe der großen Markthalle und gegenüber der Kirche San Juan del Mercado. Die Lonja de la Seda gilt als eines der besten Beispiele für den Stil der profanen Gotik in Spanien und ist für Architekturinteressierte besonders sehenswert. Sie wurde von 1482 bis 1533 von den Architekten Pere Compte, Juan Yvarra, Domingo Urtiaga und Johan Corbera erbaut und diente zunächst als Marktplatz für den Ölhandel und später jahrhundertelang für den Seidenhandel, wovon noch heute der Name des Gebäudes zeugt.
Mit ihrer kunstvollen, reichen Architektur verweist die Lonja de la Seda auf den einstigen Reichtum der Handels- und Hafenstadt Valencia. Außerdem war sie Sitz des Consulado del Mar, einer kaufmännischen Verbindung und der Bank Taula de Convis i Deposits. Seit 1996 hat die Lonja de la Seda den Status eines UNESCO- Weltkulturerbes inne. Die Öffnungszeiten sind von Dienstags bis Samstag 10.00 bis 14.00 Uhr und 16.30 bis 20.30 Uhr und Sonntags von 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr. Der Eintritt kostet 2,00 Euro, der reduzierte Eintrittspreis für Rentner und Studenten beträgt 1,00 Euro. Am Wochenende und an Feiertagen ist der Eintritt frei. Sonntags wird oft eine Münzen- bzw. Briefmarkenbörse veranstaltet.
Die gesamte Anlage umfasst mehr als 2000 Quadratmeter. Von außen scheint das sandfarbene Gebäude trutzig und zinnenbewehrt. Die elegante Vertragshalle Sala de Contratación de la Seda ist ein symmetrisch angelegter Raum auf rechteckigem Grundriß, der über Treppen hinab zur Plaza del Mercado führt. Es handelt sich um ein Beispiel für den gotischen Flamboyant-Stil. 24 helixförmige Säulen gliedern den Raum in drei Schiffe und stützen die 18 Meter hohe Decke. Dabei fächern die Säulen sich zu einem sternförmigen Rippengewölbe auf. Der Boden ist mit verschiedenfarbigem Marmor ausgestattet. Der angrenzende Turm beherbergt eine Wendeltreppe und im Erdgeschoss eine kleine Kapelle, die der Unbefleckten Empfängnis geweiht ist. Das Konsulatsgebäude ist heute Sitz der Academia de Cultura de Valencia ist und dient als Veranstaltungsort für diverse Ausstellungen und Konzerte. Der Hauptsaal, die Sala Dorada, besticht durch seine kunstvoll geschnitzte, vergoldete Holzdecke. Im ruhigen und schattigen Innenhof der Lonja de la Seda in Valencia stehen zahlreiche Orangenbäume.